Blog! :D

Hier der nächste Beitrag aus meiner kleinen Autoren-Blog-Serie. Heute möchte ich über das Verhältnis zwischen Autoren und Bloggern schreiben – oder darüber, wie es nicht sein sollte.
Schon seit einigen Monaten bekomme ich von einigen meiner Blogger immer wieder Rückmeldungen darüber, wie angenehm sie den Umgang mit mir finden. Um ehrlich zu sein: Das hat mich anfangs sehr überrascht. Ich habe nämlich gar nichts getan. Zumindest dachte ich das. Irgendwann habe ich dann mal angefangen, nachzufragen und mich mit ein paar von ihnen darüber zu unterhalten.
Anscheinend gelte ich als netter Mensch und angenehmer, umgänglicher Autor. Wenn man meine Statistik von Polizeikontrollen anschaut, würde die Ordnungsmacht das so zwar nicht unterschreiben, aber hey, beschweren werde ich mich nicht. Ich habe dann jedenfalls schnell rausgefunden, dass das, was mir normal vorkommt (Respektvoller, höflicher Umgang, Verständnis, Kooperations- und Redebereitschaft und sogar Grundlegendes wie Bitte und Danke) offensichtlich nicht selbstverständlich ist.
Wenn ich einem Blogger ein Buch anbiete, betone ich immer, dass eine Rezension nicht eilt. Ich habe sicher den Anspruch, dass mein Buch bei Annahme auch irgendwann gelesen wird, aber ich würde nie auf den Gedanken kommen, eine Erwartungshaltung zu formulieren, dass der Blogger meinen Roman gefälligst gleich und bitte auch möglichst umfangreich und natürlich auch gut bewerten soll. Wo sind wir denn bitte?
Blogger bloggen, weil es ihnen Spaß macht. Sie lesen, weil es ihnen Freude bereitet, und nicht, um sich von Autoren, die sich ein paar Tonnen zu ernst nehmen, angemault und unter Druck gesetzt zu werden. Wo kommen wir denn langsam hin, wenn mir Blogger erzählen, dass sie innerhalb der ersten Woche nach Ankunft eines Buchs 20 Nachfragen erhalten, wann denn bitte endlich gelesen wird? Oder wenn der Roman nicht überzeugen konnte und dann darauf gepocht wird, dass die Rezension nicht veröffentlicht wird?
Liebe Autorenkollegen – aber nur die, die sich gerade angesprochen fühlen (von denen wahrscheinlich aber eh keiner hier ist): Die meisten von uns sind ganz, ganz kleine Fische in einem ganz, ganz großen Teich. Nicht einer von uns ist auch nur ansatzweise so intellektuell, wie er sich fühlt, und nur weil man vielleicht im Teehaus sitzt und arbeitet, ist man noch lange nicht auf einer Stufe mit Tolstoi. Ich bin immer wieder überrascht, wie ernst sich manche Menschen nehmen können, nur weil sie ein paar Buchstaben auf der Tastatur hämmern. Manchen würde es sicher nicht schaden, wenn sie erst mal Reitstunden nehmen, bevor sie vom hohen Ross schauen.
Autoren und Blogger können nicht ohne einander. Aber das geht nur, wenn das Verhältnis untereinander stimmt und man sich gegenseitig mit dem Respekt begegnet, den man nicht nur aufgrund seiner Tätigkeit, sondern schlichtweg als Mensch verdient hat. Ich bin manchmal schier sprachlos, wenn ich höre, was sich manche einbilden. Ist es zu viel verlangt, jemanden mit Namen anzusprechen und nicht nur Copy-Paste-Anfragen zu verschicken? Oder sich zu informieren, ob jemand ein Genre überhaupt liest?
Natürlich trifft das, was ich hier schreibe, nur auf relativ wenige Autoren zu. Die meisten von uns sind ziemlich umgänglich; zumindest die meisten, mit denen ich bisher Kontakt hatte. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass die Nase schnell zum meist gebräunten Teil des Körpers wird, wenn sich jemand Schriftsteller nennt, weil sie die ganze Zeit oben ist.

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