Blog!

Oh Mann, beinahe hätte ich den Blogartikel für heute vergessen. Asche auf mein Haupt. Naja fast. Hier ist er immerhin! 😀 (Wollen wir für den Blog eigentlich einen Namen festlegen? Pöbeln um zwölf? Dummes Geschwätz mit Dominik?)

Heute geht es jedenfalls um ein Thema, das viele Autoren umtreibt und auf das ich so oft angesprochen werde, dass ich es nicht mehr hören kann: Kann man vom Schreiben leben?

Meine Antwort darauf lautet: Ja bis Jein, aber mit Einschränkungen. Was das bedeutet, will ich euch hier ausführen.

Ich lese immer wieder von Autoren, dass sie vom Schreiben nicht leben können, und es ist mittlerweile auch eine Art Volksweisheit, dass Autoren einer brotlosen Kunst frönen. Das sehe ich anders. Natürlich ist es ein schwieriger, langer und alles andere als sicherer Weg, aber man kann ihn gehen.

Ich vergleiche es immer mit einem Handwerk. (Schreiben ist für mich auch genau das.) Wenn ein Maurer nur einen Stein in der Woche setzt, kann er davon nicht leben, genauso wenig wie ein Fliesenleger, der nur alle zwei Monate ein Badezimmer macht. Viele Autoren (nicht alle) gehen da mit der falschen Einstellung ran: Hier ist mein Buch, warum bin ich kein Bestseller?

Das hängt mit der Selbstwahrnehmung zusammen. Ein Buch geschrieben und veröffentlicht zu haben, fühlt sich wie eine riesige Leistung an. Das ist es auch, aber der Markt funktioniert nicht so. Den interessiert das erst mal recht wenig. Natürlich gibt es einen unter einer Million, der mit seinem Debütroman einen riesen Erfolg hat, aber die 999.999 anderen eben nicht.

Wer vom Schreiben leben will, sollte weder als Selfpublisher noch als Verlagsautor nur ein Buch pro Jahr rausbringen. Oder zwei. Ich persönlich setze das absolute Minimum bei vier Büchern, gerne auch mehr, pro Jahr an. (Ich versuche, sechs zu schaffen.) Zumindest wenn man nicht das Glück hat, direkt am Anfang einen riesigen Erfolg zu haben. Nur so akkumulieren sich Verkäufe und damit Bekanntheit. Und ja, in aller Konsequenz heißt das: Schreibblockade ist nicht mehr, genauso wenig wie wochenlange Recherchen oder Grübeln über einen Satz. Und wenn die Muse weg ist, sollte man halt auch ohne sie arbeiten können.

Das geht nicht von heute auf Morgen. Der Punkt, an dem man davon leben kann, will hart erarbeitet werden, meist mit eiserner Disziplin über mehrere Jahre. Und das bedeutet, dass man in der ersten Zeit jemanden braucht, der einem finanziell unter die Arme greift. Oder man spart sich Geld an, um im Zweifelsfall zwei oder drei Jahre überbrücken zu können. Und ja, das heißt auch, dass man Vollzeit schreiben muss, wenn man davon leben will.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass es klappt. Selbst geniale Bücher müssen den Zeitgeist nicht treffen und auch gute Autoren können einfach Pech haben. Eine Garantie gibt es nie. Und es gehört neben dem Schreiben selbst auch jede Menge Marketing, Selbstvermarktung, Social Media und leider auch Glück dazu.

Zuletzt muss man sich natürlich auch darüber im Klaren sein, was man will und was man unter „davon leben können“ versteht. Komplett auf sich allein gestellt können nur wenige davon leben. Für mich persönlich ist das Schreiben natürlich mein Traumjob, aber auch ein Kompromiss aus Kinderbetreuung, beruflicher Flexibilität meiner Frau und der Alternative meines alten, hundsmiserabel schlecht bezahlten Jobs. Und die Faktoren zusammen bedeuten für mich, dass ich davon und damit leben kann.

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