Ein Statement:

Jeden Tag geschehen auf diesem Planeten Milliarden von Geschichten. Manche groß, manche ganz klein, in allen Familien, Kulturen, Zivilisationen. Manche davon werden erzählt, die allermeisten nicht. Geschichten geschehen innerhalb von Grenzen und weit darüber hinweg.
Ich erzähle Geschichten, um zu unterhalten, mit Charakteren, die ihre Rolle im Rahmen dieser kleinen Geschichte erfüllen. Wer meine Bücher liest, weiß, dass ich fast immer auf Charakterbeschreibungen verzichte und die Charaktere für sich selbst wirken lasse. Nur in wenigen Ausnahmefällen gebe ich Details zu Hautfarbe, Orientierung usw. weiter. Selbst zu Haar- und Augenfarbe lest ihr kaum etwas – schlicht und ergreifend, weil das für die Geschichte keine Rolle spielt, solange ich es nicht explizit thematisiere. Die Charaktere sind, was ihr aus ihnen macht.
Deswegen schmerzt es mich sehr, dass ich in letzter Zeit einige wenige, dafür aber sehr übergriffige und stellenweise geradezu beleidigende Mails und Nachrichten in Bezug auf meine „mangelnde non-binäre Vielfalt“ (Zitat, keine Wertung) und meine „Weigerung, zeitgemäß zu gendern“ (ebenfalls ein Zitat) erhalte.
Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch nach seiner Façon im Rahmen größtmöglicher Freiheit und Gleichheit glücklich werden soll. Fraternité, Egalité, Liberté. Dieser Überzeugung war ich schon immer und davon werde ich auch niemals abrücken.
Trotzdem halte ich meine Geschichten im Rahmen meiner Möglichkeiten unpolitisch und sehe keine Notwendigkeit, redundante Charaktere welcher Orientierung und Herkunft auch immer einzubauen, damit sie nur dem Selbstzweck dienen, eine Geschichte vielfältiger zu machen. Ich erschaffe Charaktere, wie ich es für die Geschichte für richtig halte. Stellt es euch vor wie mein kleines Aquarium mit meinen kleinen Dekorationen und einer Handvoll Fische. Das ist meine Geschichte. Selbstverständlich gibt es noch gewaltige Ozeane, die ich nicht abbilde.
Auch verzichte ich auf Gendern, weil ich explizit Unterhaltungsliteratur schreibe und hier ebenfalls kein politisches Statement abgeben möchte. Meine Geschichten sollen am Feierabend entspannen und eine kurze Flucht aus unserer Welt ermöglichen und nicht die Probleme und Diskussionen weiterführen.
Ich verstehe jeden, der aus persönlichen Gründen heraus meine Bücher nicht mehr lesen möchte, und bin für Denkanstöße und Diskussionen jederzeit dankbar. Aber ich will nicht akzeptieren, für meine ebenfalls frei getroffene Entscheidung dermaßen angegangen zu werden.
Dafür bitte ich um euer aller Verständnis.

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