Einen schönen guten Morgen zusammen,
ihr wisst, es passiert ausgesprochen selten, dass ich mich mal politisch äußere, aber heute bleibt mir keine andere Wahl.
Ihr habt sicher mitbekommen, dass die SPD-Fraktion im Bundestag plant, jetzt auch Selbstständige und Beamte zur Finanzierung des Rentensystems hinzuzuziehen. Ich will hier keine politische Grundsatzdiskussion um ein kaputtgewirtschaftetes Bürokratiemonster lostreten, aber Folgendes dazu sagen:
Ich bin selbstständig. Alles, was ich mir aufgebaut habe, beruht auf meiner selbstständigen Arbeit, auf meinem Fleiß und meiner Disziplin. Auf meinen Investitionen an Zeit und Geld und dem Risiko, das ich damit eingegangen bin.
Als Selbstständiger habe ich keine berufliche Absicherung. Viele Versicherungen bleiben mir grundsätzlich verwehrt. Wenn ich nicht arbeiten kann, verdiene ich kein Geld, und ich kriege auch kein Krankengeld. Ich habe keinen bezahlten Urlaub, kein Weihnachtsgeld, keine Kinderkrankheitstage, nichts. Zwischen mir und meinem wirtschaftlichen Ruin steht einzig und allein meine Fähigkeit, zu arbeiten.
Ich trage das komplette unternehmerische Risiko meines Schaffens selbst, mit allen Höhen und Tiefen. Oft arbeite ich 50, 60 oder noch mehr Stunden in der Woche. Für mich gibt es keine Kündigungsfristen, keinen Betriebsrat und auch sonst nichts. Stattdessen sehe ich mich einem Steuersystem gegenüber, das Selbstständige oftmals benachteiligt, und einem Staat, der sich für meinen Erfolg oder mein Scheitern nur so lange interessiert, wie ich sehr großzügig meine Steuern entrichten kann.
Anders als viele andere Autoren kann ich von meinem Schaffen leben und dafür bin ich dankbarer, als ich es mit Worten ausdrücken kann. Aber wenn ich meine Steuern entrichtet, meine Versicherungen bezahlt und meine Betriebsausgaben abgezogen habe, bleibt nicht mehr wahnsinnig viel Geld zum Leben übrig. Ich habe keine Möglichkeit, mich in irgendeiner Hinsicht abzusichern oder Geld für schwere Zeiten zurückzulegen. Oder anders ausgedrückt: Ich kann mich nicht ansatzweise so absichern wie ein Arbeitnehmer.
Trotzdem soll ich nach dem Willen von Bärbel Bas bald für ein System aufkommen, das mich als bloße Cash-Cow sieht. Als bereitwilligen Finanzierer, der gibt und gibt, ohne irgendeinen Vorteil des normalen Arbeitslebens zu erhalten. Es ist unfair, unanständig und schlichtweg schäbig, einen Berufsstand zu schröpfen, dem alle Annehmlichkeiten eines normalen Arbeitslebens verwehrt bleiben, um genau dieses weiter zu finanzieren.
Ich bin fassungslos und harre der Anzeigen gemäß §188 StGB.