Autoren sind Lügner!

Auf diesen Beitrag freue ich mich schon die ganze Woche, denn:

Autoren sind Lügner! Ja genau! Willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Autorenblogs!

Ich hatte Anfang des Jahres eine längere Unterhaltung/Diskussion per Mail mit einer Leserin, die mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird. Sie hat mir damals höflich, aber auch sehr bestimmt mitgeteilt, dass ich kein Recht hätte, in meinem Roman ‚project no_face‘ über eine lesbische Protagonistin zu schreiben – schließlich sei ich ja weder eine Frau noch homosexuell. Ja, damit hat sie Recht. Beides bin ich nicht. Aber darf ich deswegen etwas nicht schreiben?

Wir Autoren sind notorische Lügner. Ein Schelm, wer Böses denkt. Wir lügen, bis sich die Balken biegen. Also mal von Sachbuchautoren und Biographen ausgenommen, die deswegen ja auch nicht am Erwachsenentisch sitzen dürfen. Wobei Biographen es mit der Wahrheit auch nicht immer so genau nehmen.
Wie dem auch sei. Ich muss zum meiner Schande ja gestehen, dass ich nie im Institut aus ‚Tumor‘ war. Ich habe auch noch nie ein Gewehr abgefeuert und bin auch kein Wereinhorn wie meine liebe Alissa aus ‚I am Unicorn‘. Trotzdem schreibe ich darüber. Ich verdiene mein Geld, indem ich mir den lieben, langen Tag Lügengeschichten zusammenspinne, aufschreibe und euch verkaufe. Ja, ihr bezahlt mich dafür, dass ich euch anlüge. Und gebt es ruhig zu – die meisten von euch haben eine gute Zeit dabei.

Die Diskussion darüber, was Autoren schreiben dürfen oder ob man überhaupt etwas zu Papier bringen darf, das man nicht selbst erlebt hat, gibt es immer wieder mal. Manchmal lauter und meistens leiser, aber es gibt sie. Dabei wird jedoch so gut wie immer aus den Augen verloren, worum es bei belletristischer Literatur geht: Eskapismus. Wir WOLLEN entkommen. Jeder von uns. Ein paar Minuten oder Stunden die Welt und den Alltag ausblenden. Deswegen gehen wir ins Kino, lesen Bücher, schauen fern und spielen Spiele.

Wir wollen für ein paar Stunden Astronaut sein. Vampir, Werwolf, Monsterjäger. Erfolgreich, schön, mutig. Manchmal auch traurig, einsam und verlassen. Wir brauchen das. Unser Verstand funktioniert nur, indem er solche Gedankenspiele zur Erweiterung seines eigenen Horizonts benutzt, und unsere Spezies macht das auch schon seit Jahrtausenden. Schon die Griechen wussten vor tausenden Jahren, wie man seine Zuhörer mit notgeilen Göttern, riesigen Monstern und sexy Meerjungfrauen unterhält.

Deswegen sind wir Autoren Lügner. Und wir werden weiterlügen. Und deswegen werden wir auch immer wieder über Dinge schreiben, die wir nicht sind und nicht erlebt haben. Fast niemand erhebt den Anspruch, eine präzise, neutrale und wissenschaftliche Analyse über ein Thema zu verfassen. Der Anspruch ist vielmehr, euch in eine Welt abtauchen zu lassen. Und wenn diese Welt nun mal aus den Augen einer lesbischen Frau gesehen wird, ist es einfach so.

Update ;)

Da ich gerade wieder voll im Korrektorat und Lektorat stecke, dachte ich, dass ich euch mal zeige, wie das bei mir läuft. 🙂
Zuerst markiere ich den ganzen Text gelb – das ist eine angenehme Farbe zum Lesen und erhöht gleichzeitig den Kontrast, wodurch man Fehler und Vertipper tatsächlich besser erkennt.Jedes Mal, wenn ein Abschnitt durchgearbeitet ist, entferne ich die Markierung. Damit ist er für mich final. Und das heißt:Sprachlich rund,Inhaltlich passend,Und zumindest in meinem Ermessen fehlerfrei.
Lektorat bedeutet, dass ich die Szenen auf ihre Logik überprüfe und darauf, ob sie im Gesamtkontext des Buchs und der Geschichte passen. Dazu behalte ich sowohl die gesamte Story im Kopf als auch das Kapitel und die Szene. Jeder Abschnitt muss letzten Endes für sich selbst stehen und muss, auch wenn er erst später Sinn ergibt, an der Stelle passen.Korrektorat heißt bei mir: Wort für Wort konzentriert lesen und auch Satz für Satz, um Fehler, Wiederholungen und dergleichen zu erkennen.
Das ist eine relativ anstrengende Tätigkeit, bei der mir auch jeden Abend Augen und Kopf wehtun, aber hey: #authorslife
PS: Das ist übrigens exklusiv der Anfang von Insomnia für euch! 😉

Blog! :D

Hier der nächste Beitrag aus meiner kleinen Autoren-Blog-Serie. Heute möchte ich über das Verhältnis zwischen Autoren und Bloggern schreiben – oder darüber, wie es nicht sein sollte.
Schon seit einigen Monaten bekomme ich von einigen meiner Blogger immer wieder Rückmeldungen darüber, wie angenehm sie den Umgang mit mir finden. Um ehrlich zu sein: Das hat mich anfangs sehr überrascht. Ich habe nämlich gar nichts getan. Zumindest dachte ich das. Irgendwann habe ich dann mal angefangen, nachzufragen und mich mit ein paar von ihnen darüber zu unterhalten.
Anscheinend gelte ich als netter Mensch und angenehmer, umgänglicher Autor. Wenn man meine Statistik von Polizeikontrollen anschaut, würde die Ordnungsmacht das so zwar nicht unterschreiben, aber hey, beschweren werde ich mich nicht. Ich habe dann jedenfalls schnell rausgefunden, dass das, was mir normal vorkommt (Respektvoller, höflicher Umgang, Verständnis, Kooperations- und Redebereitschaft und sogar Grundlegendes wie Bitte und Danke) offensichtlich nicht selbstverständlich ist.
Wenn ich einem Blogger ein Buch anbiete, betone ich immer, dass eine Rezension nicht eilt. Ich habe sicher den Anspruch, dass mein Buch bei Annahme auch irgendwann gelesen wird, aber ich würde nie auf den Gedanken kommen, eine Erwartungshaltung zu formulieren, dass der Blogger meinen Roman gefälligst gleich und bitte auch möglichst umfangreich und natürlich auch gut bewerten soll. Wo sind wir denn bitte?
Blogger bloggen, weil es ihnen Spaß macht. Sie lesen, weil es ihnen Freude bereitet, und nicht, um sich von Autoren, die sich ein paar Tonnen zu ernst nehmen, angemault und unter Druck gesetzt zu werden. Wo kommen wir denn langsam hin, wenn mir Blogger erzählen, dass sie innerhalb der ersten Woche nach Ankunft eines Buchs 20 Nachfragen erhalten, wann denn bitte endlich gelesen wird? Oder wenn der Roman nicht überzeugen konnte und dann darauf gepocht wird, dass die Rezension nicht veröffentlicht wird?
Liebe Autorenkollegen – aber nur die, die sich gerade angesprochen fühlen (von denen wahrscheinlich aber eh keiner hier ist): Die meisten von uns sind ganz, ganz kleine Fische in einem ganz, ganz großen Teich. Nicht einer von uns ist auch nur ansatzweise so intellektuell, wie er sich fühlt, und nur weil man vielleicht im Teehaus sitzt und arbeitet, ist man noch lange nicht auf einer Stufe mit Tolstoi. Ich bin immer wieder überrascht, wie ernst sich manche Menschen nehmen können, nur weil sie ein paar Buchstaben auf der Tastatur hämmern. Manchen würde es sicher nicht schaden, wenn sie erst mal Reitstunden nehmen, bevor sie vom hohen Ross schauen.
Autoren und Blogger können nicht ohne einander. Aber das geht nur, wenn das Verhältnis untereinander stimmt und man sich gegenseitig mit dem Respekt begegnet, den man nicht nur aufgrund seiner Tätigkeit, sondern schlichtweg als Mensch verdient hat. Ich bin manchmal schier sprachlos, wenn ich höre, was sich manche einbilden. Ist es zu viel verlangt, jemanden mit Namen anzusprechen und nicht nur Copy-Paste-Anfragen zu verschicken? Oder sich zu informieren, ob jemand ein Genre überhaupt liest?
Natürlich trifft das, was ich hier schreibe, nur auf relativ wenige Autoren zu. Die meisten von uns sind ziemlich umgänglich; zumindest die meisten, mit denen ich bisher Kontakt hatte. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass die Nase schnell zum meist gebräunten Teil des Körpers wird, wenn sich jemand Schriftsteller nennt, weil sie die ganze Zeit oben ist.

China 2052 – Rezi und Gewinnspiel

Psst – noch bis übermorgen läuft bei Carmens Bücherfreunde ein Gewinnspiel (Die Franzosen sagen auch le Gewinnspiel 🤣), bei dem ihr ein von mir gewidmetes und signiertes Exemplar meines Thrillers China 2052 gewinnen könnt.

Passend dazu gab’s heute auch ihre Rezension zum Buch! 😉

„Ein toller Thriller, den ich nur empfehlen kann. Spannend, mit einem authentischen Thema. Mit Handlungsorten rund um die Welt und vielschichtigen Protagonisten. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. So muss ein Thriller sein.“

Erste Rezi zu Totgeburt!

Leute, Leute!

Booksworld by Sakle hat heute schon die Rezi zu ‚Totgeburt‘ geschrieben (Sie durfte vorab lesen) und ich bin hin und weg! Danke für die tollen Worte. So macht man gerne einen Release!Bitte schaut bei ihr vorbei und lasst ihr ein paar Däumchen da! 🙂

„Ja, ihr merkt schon ich bin wieder hin und weg.Ich habe geweint, gestaunt, gelacht.“