Pöbeln mit Dominik, Teil drölf!

Willkommen mal wieder zu Pöbeln mit Dominik – diesmal sogar pünktlich zum Freitag! ;)Heute werde ich dem ‚Pöbel‘-Aspekt mal wieder gerecht, versprochen! 😀

Wer meine Beiträge verfolgt, wird vermutlich schon länger wissen, dass ich mitunter nicht besonders viel von meinem eigenen Berufsstand halte. Oder um es mal knapp und präzise zu sagen:Ich halte einen Teil meiner Autorenkollegen für aufgeblasene, narzisstische und überhebliche Egomanen, die ausschließlich um sich selbst rotieren und sich für die Krone der literarischen Schöpfung halten. Wenn ich schon sehe, wie manche von ihnen einfach mal „Bestseller“ auf das Cover ihrer Neuerscheinungen klatschen, kriege ich Schnappatmung. Also um mal einen von vielen Punkten zu nennen.

Viele Schreiberlinge sind ganz, ganz zarte Blümchen. Verkannte und unverstandene Intellektuelle, die bahnbrechende Erkenntnisse in literarisch höchst anspruchsvollem Stil zu Papier bringen und dabei Geschichten erzählen, die jedem Leser vor Spannung das Herz rasen lassen und vor Emotionalität die Tränen in die Augen treiben. Wer das nicht so sieht, ist natürlich eine blöde Kuh. Und doof!

Versteht mich nicht falsch: Es gibt sehr viele super sympathische Autoren und der überwiegende Großteil meiner Kollegen ist natürlich auch sehr umgänglich und geerdet, aber wie bei allen „künstlerischen“ Berufen gibt es natürlich auch hier einen deutlich höheren Prozentsatz von recht… selbstbezogenen und kritikunfähigen Menschen mit großem Geltungsbedürfnis.

Ich kann nicht gut damit umgehen, wenn Menschen zu sehr um sich selbst rotieren und sich selbst zu wichtig nehmen. Wenn sie dazu noch kritikresistent sind oder gar ausfallend werden, sehe ich sofort rot. Es gibt ja Autoren, die regelrechte Hetzjagden auf kritische Blogger veranstalten, ihre Fans zum Pöbeln losschicken oder nach jeder Rezi, die keine 5 Sterne gibt, erst mal tagelang getröstet werden müssen.

Ich höre an der Stelle mit Blick auf meinen Blutdruck mal besser auf. 😀 Wie seht ihr das?

Blogartikel von letzter Woche! ;)

Heyho zusammen!

Ich möchte hier mal den Blogbeitrag von letzter Woche nachreichen. Herzlich willkommen also zu einer neuen Ausgabe von Pöbeln mit Dominik! 😉

Das Thema für diesen Beitrag ist mir heute Morgen quasi in den Schoß gefallen, als ich meine Emails ausgemistet habe. Und zwar: Erwartungshaltung bei Büchern

Ein Leser hat mir letzten Sommer geschrieben, dass er sich ‚Tumor‘ und ‚Doppelwelt‘ gekauft hat und von beiden Büchern maßlos enttäuscht war, da er sie sich anders vorgestellt hat. Ich habe ihn daraufhin gefragt, was er sich denn vorgestellt hat. Es folgte ein kurzer Mailaustausch, bei dem mir allerdings bis zum Schluss nicht wirklich klar wurde, was genau er sich von den Büchern erhofft hat. Erst ein paar Wochen später schrieb er mir dann, dass er bei Doppelwelt nicht mit Sci-Fi gerechnet hat und auch in Tumor einen reinrassigen Thriller ohne phantastische Elemente erwartet hat.

Klar, ich könnte es mir jetzt leicht machen und sagen: Selber schuld, lies halt den Klappentext.  Und klar, das war auch ein besonderer Fall, aber ich sehe es immer wieder in Rezensionen, dass ein Buch hauptsächlich deshalb schlecht bewertet wird, weil der Leser etwas komplett anderes erwartet hat. Sei es nun genretechnisch, von der Story oder den Charakteren her oder sonst was. Ich hatte sogar bei ‚I am Unicorn‘ mal eine Leserin, die mir geschrieben hat, dass ihr für einen „ernsthaften“ Fantasy-Roman zu viel „Klamauk“ darin vorkam.

Das Thema hat mir damals einige Zeit lang zu denken gegeben, denn letztlich will ich natürlich, dass der Leser für sein Geld ein Buch kriegt, das ihm gefällt. Natürlich hat man das nicht immer in der Hand und es gibt tausend Dinge, die jemanden stören können, aber trotzdem: Wenn jemand schon mit einer ganz anderen Erwartung rangeht, wird er fast zwangsläufig enttäuscht.

Letztlich bin ich zum Schluss gekommen, dass man damit als Autor wohl leben muss. Klar, ich könnte ein Vorwort schreiben und den Leser darauf hinweisen, was ihn erwartet, aber das finde ich total bescheuert. Zum einen nimmt es die Spannung raus und zum anderen lenkt es die Erwartung des Lesers in eine Bahn, die ich vorgebe. Ganz davon abgesehen, dass der Leser ein Stück weit auch entmündigt wird.

Also zum Abschluss vielleicht ein kurzes Statement: In aller Regel merkt ihr spätestens dann, wenn ein Monster auftaucht, dass ich zumindest kein Sachbuch schreibe. 😉

Einen wunderschönen guten Abend euch allen!Heute habe ich wieder eine Rezension zu ‚Insomnia‘ für euch; diesmal von Ray von Libramorum – vielen Dank fürs Lesen und die tolle Rezension! 🙂

Fazit darf ich euch mal wieder vorwegnehmen:

„Dominik A. Meier ist abermals als Autor über sich hinausgewachsen und brachte, meines Erachtens nach, mit dem ersten Band von Insomnia einen zukünftigen Klassiker neofeministischer, dystopischer Literatur!“

https://libramorum.blogspot.com/2020/03/rezension-insomnia.html#more

Insomnia Rezi!

Heyho!Zum Abschluss des Tages gibt’s noch eine Rezi zu ‚Insomnia‘ von Seitenweise. Vielen Dank für die tolle Rezi! 🙂

Fazit mal wieder vornweg:

„Der Autor versteht es, Welten zu erschaffen und den Leser zu faszinieren. Man rauscht nur so durch die Geschichte und auch wenn man manchmal denkt, das geht doch nicht, fügt sich später alles ineinander.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung dieses tollen Cyperpunk-Abenteuers. Hier findet man alles, was das Leserherz begehrt: Spannung, Spiel und Blut ;-).“

Pandemie Blog

Ausgangssperre. Pandemie.Mit den beiden Wörtern könnte man gut einen Roman beginnen lassen. Die gedrückte Stimmung ist beinahe greifbar. Die Welt hat aufgehört, sich zu drehen, und der Menschheit wurde die sicher geglaubte Kontrolle mit einer Leichtigkeit entrissen, die ihresgleichen sucht.

Willkommen zu einem etwas ungewöhnlicheren Blogbeitrag.

Meines Zeichens fühle ich mich in dystopischen Szenarien ja ziemlich wohl. Zumindest literarisch. Trotzdem muss auch ich zugeben, dass es derzeit gespenstisch ist. Das liegt aber nicht am Virus selbst, sondern an dem, was die Menschen daraus machen, bzw. wie sie darauf reagieren.

Es gibt von altersher verschiedene Untergangsszenarien. In der Antike und im Mittelalter waren es oft der Zorn eines oder mehrerer Götter, quasi die gerechte Strafe oder gleich die Apokalypse und das jüngste Gericht. In der Neuzeit dann oft der allumfassende Krieg, später der Untergang durch Dekadenz und Verfall, schließlich auch das atomare Feuer und ABC-Waffen.

Was es aber immer gibt, ist das Bild der Krankheit, die uns alle dahinrafft. Im Studium habe ich zu Endzeiterwartungen und Angstgeschichte gearbeitet. Die Krankheit ist immer da. Pestilenz, der vierte Reiter der Apokalypse. Sie ist es, was die Menschen immer umtreibt. Die Antworten darauf sind unterschiedlich, aber obwohl wir gerade Krankheiten immer besser kontrollieren können, ist ihr Untergangsszenario immer noch das furchterregendste.

Warum? Einfach. Es ist der Kontrollverlust. Die Anonymität und die Abhängigkeit von Maschinen. Das ist so erst in der Moderne entstanden. Macht die Augen zu. Was seht ihr? Ärzte in hellblauen Kitteln, die Gesichter hinter Atemmasken verborgen, gewaltige Maschinen, unzählige Kabel und Schläuche. Nadeln bohren sich in Fleisch, Maschinen kontrollieren den Leib, Mathematik bestimmt das Leben. Ob man lebt oder stirbt, bestimmt man nicht mehr selbst. Im schlimmsten Fall entscheiden Algorithmen und abstrakte Vorgaben. Da hilft kein Betteln, keinen Weinen und kein Flehen. Es wird entschieden, dass ein Mensch sterben muss.

Im Studium hat einer meiner Professoren gesagt: „Nur wer sich über die Zukunft Gedanken machen kann, ist ein guter Historiker.“ Das stimmt. Im Schnitt kommt einmal alle hundert Jahre eine große Seuche über die Welt. Das letzte Mal war es die Spanische Grippe vor ziemlich genau hundert Jahren, davor haben sich Pest und Pocken die Klinke in die Hand gegeben.

Das gute daran ist: Die Menschheit hat alles überwunden und wird es auch wieder schaffen. Krankheiten bringen genau wie Krieg einen enormen Fortschritt mit sich und hinterlassen auf der Asche das Fundament einer besseren Zukunft. Der Preis dafür ist allerdings unfassbarer Schrecken und immenses Leid.

Es gibt hier keine Conclusio. Zumindest keine richtige. Was wir derzeit erleben, kommt so nah an die Apokalypse heran wie nichts anderes, was wir noch erleben werden. Hoffentlich zumindest. Trotzdem ist es nicht die Apokalypse. Die Menschheit als Ganzes ist ziemlich zäh.