Und die Überarbeitung läuft…

… und läuft und läuft! 😀

Sorry, dass es hier zur Zeit etwas ruhiger ist. Weihnachten, Neujahr, ein Kurzurlaub mit der Familie und ein kleineres Grippe-Intermezzo haben die letzten Wochen wie im Flug vergehen lassen. 😀

Aktuell sitze ich nach wie vor an der Überarbeitung von „Tumor“ und hoffe, dass ich damit in einer Woche fertig bin. Danach kommt „Maschinenengel“ dran und dann der große Re-Release. Ich freu mich schon drauf! 🙂

Gelöschte Szene aus „Tumor“

Hallo zusammen!

Ich habe heute eine gelöschte Szene aus „Tumor“ für euch, mit der ich den Roman ursprünglich beginnen lassen wollte. Beim Schreiben wurde mir allerdings klar, dass die „Antagonistin“ aus der Szene (Wenn man sie so nennen will) die Geschichte in eine andere Richtung gelenkt hätte, als ich wollte. Deswegen blieb die Szene unvollendet, aber ihr könnt sie jetzt lesen:

„Etwas stimmte nicht. Ich konnte nicht sagen, was es war, doch das Giftgas zitterte fast und auch mein Instinkt schrie mir zu, dass ich umkehren sollte. Ich biss mir auf die Lippe und warf einen Blick über die Schulter. Eigentlich war alles in Ordnung. Das Loch in der Decke, durch das ich in diese Ebene gekommen war, sah aus wie immer, und auch der Korridor hinter mir wirkte nicht bedrohlicher als sonst. Aber trotzdem war es da, dieses seltsame Gefühl.
Ich würgte den zähen Schleim runter, zu dem mein Speichel geworden war, und hielt an. Nach sechs Stunden im Institut war mein Körper so ausgetrocknet, dass ich kaum noch schlucken konnte. Einen Moment lang überlegte ich, ob ich nicht doch einen Schluck trinken sollte, entschied mich dann aber dagegen. Noch ging es. Und da ich nicht wusste, wie lange ich noch unterwegs sein würde, wollte ich mein Wasser lieber sparen.
Mit einem leisen Seufzen trat ich an die Wand und setzte mich auf ein Trümmerstück; mein Gewehr klemmte ich zwischen die Beine. Nein. Eigentlich war alles in Ordnung, aber eben nur eigentlich. Ich war diesen Weg schon so oft gegangen, aber trotzdem war heute etwas anders. Klar, ich war in U-Vier und damit in einer tendenziell bereits gefährlichen Ebene, aber normalerweise hätte mich das nicht weiter gestört.
„Vitali.“ Ich nahm mein Funkgerät, hielt es mir dicht an die Maske und hoffte, dass er mich verstand, obwohl ich nur flüsterte. „Vitali, bist du da?“
Einen Moment lang hörte ich nur statisches Rauschen, doch dann drang mir seine verzerrte Stimme entgegen. „Ich höre dich, Maske. Was gibt’s?“
„Ich bin in U-Vier, kurz vor der Brennofen-Anomalie. Bist du in der Nähe?“
„Bin in U-Drei beim Serverraum. Könnte in zwanzig Minuten bei dir sein. Wieso?“
Ich fluchte innerlich. „Nicht weiter. Habe nur ein ungutes Gefühl und dachte, wir können vielleicht zusammen weiter. Macht dir keine Umstände. Wir hören uns später.“
„Alles klar. Gib Acht.“
Ich steckte das Funkgerät weg, stand wieder auf und holte tief Luft. Irgendetwas lauerte in der Dunkelheit, verborgen in den Schatten, da war ich mir sicher. Mein Instinkt hatte mich noch nie getäuscht und ich hatte den Todestanz des Instituts schon oft genug mitgemacht, um zu wissen, wann ich umkehren sollte. Sollte. Ich lachte leise. Leider war das heute keine Option. Wäre alles nach Plan gegangen, wäre ich schon auf halbem Weg zurück ins Lager. Aber leider gingen Pläne in diesem Teil der Welt selten auf.
Routiniert lud ich mein Gewehr nach. Ich hatte zwar noch ein paar Patronen übrig, aber sollte ich tatsächlich auf irgendwas Gefährliches stoßen, dann tat ich das lieber mit vollem Magazin. Sicher war sicher.
Ich wollte gerade schon losgehen, da bemerkte ich plötzlich etwas am Rande des Lichtkegels meiner Taschenlampe. Ein Schemen, eine Gestalt, die mich anblickte, regungslos und stumm. Augenblicklich lief mir ein eisig kalter Schauer über den Rücken und eine seltsame, beinahe unerträgliche Unruhe erfasste meinen gesamten Körper. Ich wollte abdrücken, wollte wegrennen, doch es ging nicht. Mein Finger und meine Beine gehorchten mir nicht.
Die Kreatur verharrte in der Dunkelheit. Sie war groß, viel größer als ein Mensch, so groß, dass sie leicht gebeugt im Korridor stand. Ihr Unterleib verschmolz mit der Dunkelheit und ihr unnatürlich langer Oberkörper begann nun, sich langsam hin und her zu wiegen. Ihr Kopf jedoch verharrte regungslos, wo er war.
Ich wollte schlucken, doch ich konnte nicht. Mein Mund war staubtrocken. Ich wusste, dass mich das Wesen anstarrte, doch sein Gesicht war hinter einer wallenden Haube verborgen, eine Haube, die mich sofort an die Kutte einer Nonne erinnerte. Das… Oh Gott. Die Amme. Dieses Wesen, das dort in der Dunkelheit wartete, war die Amme. Ich hatte Geschichten über sie gehört, Schauermärchen abends am Lagerfeuer, doch ich hatte sie für eine Illusion gehalten.“

Wie gestern schon angekündigt, bekommt „Tumor“ gerade eine Rundumerneuerung. Vielleicht macht euch der subtile Grusel der Szene ja Lust auf mehr…

(Die aktuelle Version gibt’s auf Amazon. Wer die eBook-Version kauft, bekommt die Überarbeitung automatisch umsonst! https://www.amazon.de/dp/B07GBTWG4B)

#Spannung #Thriller #Mystery #Bücher #Lesen #Horror

„I am Unicorn“ Rezension!

Nachdem ich in den letzten Tagen schon die Einzel-Rezis von Alex und Eva zu „I am Unicorn“ lesen durfte, ist nun auch die ‚offizielle‘ Rezension von Recensio Online als Mischung der beiden online gegangen!
Schaut mal bei ihnen vorbei!
https://recensio-online.blogspot.com/…/dominik-meier-i-am-u…

An dieser Stelle nochmal Dankeschön fürs Lesen und Rezensieren!

Das Buch ist über Amazon erhältlich: https://www.amazon.de/dp/B07KDKNVZZ

Alles auf Anfang.

2019. Alles auf Anfang.

Zunächst wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr. Ich hoffe, ihr seid gut reingekommen.

Ich habe das neue Jahr mit einer Entscheidung begonnen, die längst überfällig war: „Tumor“ und „Maschinenengel“ bekommen eine komplette Überarbeitung. Nicht inhaltlich, aber stilistisch. Ich habe mich in dem Bereich so weiterentwickelt, dass ich den aktuellen Zustand der beiden Romane nicht mehr verantworten kann. Dazu kommen jeweils neue Cover (bereits in Auftrag gegeben) und in ein paar Wochen sind die beiden Bücher hoffentlich auf dem stilistischen und optischen Niveau, das sie verdienen.

Diese Vitalkur ist mir eine echte Herzensangelegenheit. „Maschinenengel“ ist einer meiner ältesten Romane und seine Charaktere haben mich über viele Jahre begleitet. Dazu schreibe ich in den nächsten Wochen aber noch mehr.

Zunächst ist „Tumor“ dran. Die Geschichte um Maske und das Institut hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Nicht nur, weil es mein Debütroman war und ich unzählige Stunden in ihn investiert habe, sondern auch, weil ich in dieser Geschichte sehr viele meiner Lieblingsthemen im fiktionalen Bereich (TV, Bücher und Spiele) verarbeitet habe: Eine dystopisch-kaputte Welt, klaustrophobische-postmoderne Szenen, Anomalien und Dekadenz rund um die menschliche Hybris, dazu Gänsehautspannung und Charaktere, die mir wie keine sonst ans Herz gewachsen sind. Als ich beispielsweise Mias letzte Szene geschrieben habe, sind mir ein paar Tränen über die Wange gelaufen. Dazu kommt mit der immanenten Fragestellung nach Gott, Mensch und Maschine ein Thema, das in unserer heutigen Zeit oftmals halbherzig aufgegriffen wird.

Ein paar Leser des Romans haben mir in den letzten Monaten geschrieben, dass der Bezug auf das Thema Gott in „Tumor“ für sie viel des dystopischen Charmes kaputt gemacht hat. Da kann ich nicht widersprechen, denn das ist beabsichtigt. Jedes Buch aus dem „Tumor“-Universum ist auf maximale Immersion ausgelegt. Die Charaktere leben in ihren Welten und können nur verstehen, was sie erklären können. Erst in „project no_face“ folgt die „richtige“ (Meta-)Erklärung für die Ereignisse des Buchs. Und damit der Weg bis zum dritten Teil der Reihe für den Leser spannend und ansprechend bleibt, hoffe ich, die ersten beiden Bücher zeitnah in eine Form zu bringen, die ihrer Bedeutung für mich entspricht.

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich euch deshalb auch jede Menge Zusatzinfos, gelöschte Szenen und vielleicht sogar ein alternatives Ende präsentieren. Ich freue mich schon drauf!

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